Don´t Honk!

So, Theoieunterricht ist durch

Der Theorieunterricht ist geschafft! Jetzt gehts an die Prüfungsvorbereitung. Das klingt jetzt nicht so schwer...immerhin hat man ja den Stoff und fast alle Fragen in den insgesamt 15 Progress Checks schon mal gesehen. Der Haken an der Sache...die Fragen in der Prüfung sind unbekannt...die Zeit ist Knapp...die Gesamtzeit der Prüfung beträgt 18 Stunden und 30 Minuten (Pausen nicht mitgerechnet). Aber andere haben das auch geschafft.

Da ich mir frei aussuchen kann welche fächer ich wann mache, werde ich mir Fächer raussuchen die sich Thematisch stark Überschneiden und eher aufwändig sind für das erste "Sitting". Ich versuche so Lernzeit zu sparen und besser eine Verbindung zwischen dem Lernstoff zu sehen.

Flight Training

Hier versuche ich möglichst regelmäßig meine Erfahrungen als Flugschüler zu teilen. Ich habe zwar schon eine Lizenz (Luftsportgeräteführer mit Lehrberechtigung) und bin daher alles andere als unerfahren in der Luft. Aber ich denke auch dieser Standpunkt ist interessant und ich kann einige Dinge etwas anders betrachten als ein "Fußgänger" der zum ersten mal ein Flugzeug steuert. Zu Beginn meines Plans bin ich 32 Jahre alt und damit nicht mehr die erste Wahl wenn es um eine Ausbildung als Berufspilot bei einer Airline geht. Aber das ist mein persönlicher Ausgangspunkt. Ich halte es wie ein bekannter Youtuber und Pilot, sein Motto: "make them tell you no" oder sinnhaft übersetzt, hole dir die Ablehnung von offizieller Stelle. Wenn ihr mit 45 oder 55 Jahren noch Pilot werden wollt, dann holt euch die Ablehnung von offizieller Stelle und nicht von Leuten die nichts zu entscheiden haben. Und ja, dazu zählen auch Freunde und Familie. Wenn keiner euch eine Ablehnung gibt, dann los.

Progress Checks

Was sind Progress Checks? 

Progress Checks sind Tests um den Lernerfolg überprüfen zu können und am Ende der Ausbildung ein Art von Noten zu verteilen. Die Noten oder auch "Marks" genannt, reichen von AS (Above Standard) über S+ (Standard Plus), S (Standard), S- (Standard  Minus) bis hin zum weniger anstrebenswerten BS (Below Standard). Mit diesen Noten und den Bewertungen von Theorie und Praxisprüfung, kann man sich dann bei den Airlines bewerben. Jede Flugschule hat andere Progress Checks und darum kann ich nur von meiner Flugschule berichten. Wir haben insgesamt sieben Progress Checks. Ich habe bisher vier Progress Checks bestanden und damit mein Bergfest schon gefeiert. Nach den Progress Checks wird dann nochmal ein Theorieteil kommen und der Pretest. Das bedeutet der Letzte Test vor der ATPL Theorieprüfung. Dann kommt endlich die Prüfung.

Auch wenn es komisch klingt, wir sind aktuell so im Lernen begriffen, dass wir uns auf die Prüfung freuen und endlich den harten Teil hinter uns haben wollen.

Ganz nebenbei, in der Praxis gibt es auch Progress Checks. Dort ist mein zweiter Progress Check bereits erledigt. Das bedeutet ich darf nun zwei unterschiedliche Flugzeuge fliegen (die DA-20 Katana und die Cessna 172) und ich darf alleine auf einen Streckenflug gehen. Auf die Streckenflüge freu ich mich natürlich.

Sprachprüfung ICAO Level 4

Die Sprachprüfung oder der sog. ICAO Language Proficiency Test in Englisch ist notwendig um in englischer Sprache im Flugfunk kommunizieren zu dürfen. Dabei wir eine Prüfung absolviert. Im Proficiency Test gibt es insgesamt sechs Stufen. Die ersten drei sind nicht ausreichend fürs fliegen, also mindestens die Stufe 4 anvisieren. Ich habe Stufe 4 gemacht weil ich diese als Wiederholungsprüfung kostenfrei in meiner Flugschule machen konnte. ich werde am Ende der Ausbildung sicher mindestens Level 5 machen, da dieser Level bei einigen Fluggesellschaften als Grundvoraussetzung gilt. Der Sprachtest gliedert sich in einen Hörverständnistest mit Multiple Choice Antworten und einem Praktischen Teil der die Sprachfertigkeiten in Komplexen und neuen Situationen testet. Alles in allem so 45 Minuten bis 60 Minuten Test. Wer sich mit Hilfe der auf der LBA Website vorgestellten Testprüfungen und etwas interesse vorbereitet, sollte keine Probleme haben. Ich darf jedenfalls wieder vier Jahre englisch funken.

Corona, schon wieder Corona

Es ist für alle schwer und das ist verständlich. Viele haben noch mit den Auswirkungen des ersten Shutdowns zu kämpfen. Besonders sind kleine und mittelständische unternehmen betroffen. Gesundheitlich ist es für ältere natürlich eine Katastrophe. Trotz der vermeintlichen Stärke sind auch große unternehmen betroffen wie die Lufthansa.

Keiner mag die Maßnahmen und niemandem fällt es leicht. Ich frage mich nur warum der kleinste Preis der zu zahlen wäre, der kleinste Umstand von allen Umständen und nicht zuletzt die normale Höflichkeit dermaßen abgelehnt wird. Ich rede vom tragen einer Mund-Nasen Maske, ich Rede vom Abstand halten von 1,5 popligen Metern, Ich rede vom Niesen mit Maske in den Ellenbogen und weg von anderen. Die Niesetikette in den Ellenbogen kenne ich übrigens schon seit vielen vielen Jahren...nicht erst seit Corona..."damals" wollte man auch keine Rotzpfoten anfassen. 

Warum Schreibe ich das?

Durch die neue Corona Welle, Mutmaßlich hervorgerufen durch Coronapartys und dem Ignoranten Verhalten der Menschen. Nicht alle, aber offensichtlich von genug Menschen um eine neue und große Welle zu verursachen mit Zehntausenden Erkrankten und zig bis hunderten Toten im Zuge der Welle. Von den Permanenten Spätfolgen ganz zu schweigen.

Ich halte Corona für die "Egoistenkrankheit". Denn sie kann nur effektiv übertragen werden, wenn jeder denkt es sei seine sache ob er eine Maske trägt oder nicht. Leider funktioniert das Rücksichtnehmen auf andere nicht sobald man sich selbst etwas einschränken muss, wie keine großen Partys und ne olle Maske vor den Mund zu schnallen. Aus einer Maßnahme für wenige Euro wird ein notwendiges Rettungspaket für Firmen, Banken und Menschen. Es werden viele Betten benötigt in Krankenhäusern, wichtige Ressourcen stehen anderen Patienten unter Umständen plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Das wäre ein Horrorszenario und das ist sehr real. Nur wegen dem Nichteinhalten der Abstandsregel, der Maskenpflicht und der Niesetikette. Mit Nichteinhalten der Maskenpflicht meine ich z.B. die Nase nicht bedecken, Ständig an einer Flasche nuckeln in der Bahn um eine Ausrede für die Maske zu haben, die Maske erst im Raum oder dem Verkehrsmittel aufzusetzen und nicht vorher und natürlich die Maske gar nicht erst zu benutzen. Dabei ist es ganz simpel. Filter die Luft die du ausatmest und einatmest wenn du mit Anderen zusammen bist. 

Was hat das jetzt noch für Folgen?

Heute: 5000 neue Infektionen in 24 Stunden und das Dicke ende kommt erst noch. Das sind die Infizierten von vor 7 Tagen...da haben noch alle gedacht "so schlimm wird es nicht mehr". Nun haben wir den Salat. Ich warte jetzt darauf wie meine Ausbildung weitergeht. Im Moment alles wie gehabt. Wenn es jedoch aber heißt "Schotten dicht" wird es interessant. Denn niemand weiß wie viele Wellen noch auf uns zurollen bis ein sicherer Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Danke an alle die sich an die Maßnahmen halten und versuchen schlimmeres zu verhindern. Das was ich denen wünsche, die es lieber akzeptieren das Menschen schwer erkranken und sogar sterben, als eine simple Stoffmaske zu tragen...das kann ich hier nicht schreiben.

Erster Flug

Zugegeben, "erste Flüge" ist ein etwas irreführender Titel. Es sind die ersten Flüge in der sogenannte Echo-Klasse, also einmotorige Flugzeuge mit Kolbenmotor, nicht mehr als 2000 Kg Abflugmasse und maximal 6 Sitzplätzen inklusive Pilot.

Ich fliege aus Kostengründen mit der kleinsten Variante. Einem Flugzeug vom Typ DA-20 Katana. Dieser Typ ist ein Zweisitzer mit sehr guten Flugeigenschaften. Ich habe mich sofort wohl gefühlt und bin gut klar gekommen. das Flugzeug wiegt maximal 730Kg und will mit mit ihren 80PS Motorleistung auch mit bedacht geflogen werden. Das soll bedeuten, mit Maximalgewicht und warmen Wetter, will die Katana nicht gerne von kurzen Graspisten starten.

So nun aber zum ersten Flug. Mission 1 steht auf dem Plan und damit das Bekanntmachen des Flugzeugs und die Grundlagen der Steuerung. Gut, das habe ich vorher anderen Flugschülern beigebracht aber mit etwas Respekt soll die erste Mission wie geplant abgeflogen werden. Nachdem die Flugvorbereitung abgeschlossen war, also Wetter- und NOTAM-Informationen sowie die Flugleistungen mit dem Geplanten Abfluggewicht und Schwerpunkt mit den Umweltbedingungen abgeglichen waren und für gut befunden wurden, konnte ich endlich wieder Fliegen. Nach ziemlich genau 7 Monaten wieder Fliegen. Nach dem Start sind wir dann wie geplant nach Osten in das Übungsgebiet oder kurz "Die Aera" geflogen um etwas "Airwork" zu betreiben, also Steigflug, Sinkflug, Kurvenflug, Langsamflug und Schnellflug. Eben alles was man über das Muster erfahren hat im Handbuch einmal selber erfliegen. Nachdem alles was zu erfliegen war auch erflogen wurde, ging es zur Landung und damit wirds interessant. Jedes Flugzeug landet sich anders, also die Abläufe sind im Prinzip sehr ähnlich. Aber das Einschätzen der geschwindigkeit, des Gleitwinkels, die Reaktion auf die Flaps (Landeklappen oder auch Auftriebshilfen genannt) sind bei jedem Flugzeug unterschiedlich. Die Katana landet sich aber Problemlos wenn man ein paar Anflüge gemacht hat. Also damit dann zurück zur Abstellfläche und ins Debriefing (Nachbesprechung).

Erster Flug der Ausbildung absolviert und damit wieder zurück zu den Büchern und Fragen. Während der Zugfahrt lassen sich locker 150 bis 300 Fragen beantworten.

Bis bald, wenns neues gibt.

Der Fragenkatalog....die Bibel des Flugschülers

Wie lernt man nun am besten?

Jeder hat ja seine eigene Lernstrategie, alle sind sich bei der Flugausbildung aber einig, die Bücher sind wichtig, wichtiger ist aber das lernen der Fragen. Hier gibt es über 16000 teilweise Spitzfindige und verworrene Fragen die beantwortet werden wollen. Diese Fragen gleichen den Prüfungsfragen in den Fächern der ATPL-Theorieprüfung. Das soll aber nicht bedeuten das nicht neue und unbekannte Fragen vorkommen. Hier heißt es, Fragen klicken bis der Katalog mehrmals durch ist und man nur noch wenige Fehler macht. wenn es dann zur Prüfung geht, hilft ein Kopf voll Fachwissen wenig, wenn man sich nicht an die Fragestellung und die teilweise fiesen Fallen gewöhnt hat.

Ich habe mir vorgenommen alle Fragen einmal durchzuklicken, auch in Anlehnung an die aktuellen Themen im Theorieunterricht und mich dann an die Problemfragen und Themen zu machen. So "verschwende" ich keine zeit bei Fächern die ich gut beherrsche wie den technischen Fächern. Dort fällt mir lernen leicht. In meinem Fall ist Air Law (Luftrecht) und Operations (Verfahren) eher schwierig.

Jeden Tag muss ich so ca. 200 bis 500 Fragen abarbeiten um gut durchzukommen und dann gezielt lernen zu können. Da ich mit dem Zug fahre, kann ich die Zeit nutzen um die Fragen zu klicken. Im Zug schaffe ich ca. 250 - 300 Fragen auf der Hin- und Rückfahrt. Also genug um zuhause entweder nachzuschlagen oder mich etwas zu entspannen.

Bis bald, denn da wird geflogen!

Erste Tage im Theorieunterricht

Die ersten Tage sind bisher extrem interessant. Ich bin derzeit zusammen mit den "Modular Course Students" welche schon im Fernkurs jede menge Stoff gebüffelt haben. Heir geht es in dieser Woche erstmal um die Fragen der Modular Course Students. Das bedeutet für mich, schnell alles relevante merken um später schneller zu Lernen und das ganze für die Prüfung aufarbeiten. Es erinnert mich stark an mein Maschinenbaustudium. In den ersten tagen geht es um RNAV - Systeme sowie deren Funktion, Eigenschaften und mögliche Ungenauigkeiten und Fehler. Wie schon gesagt, extrem interessant und viel.

Ich melde mich wieder Wenn ich ein paar mehr Infos habe.

Bis bald

5. Schritt: Theoriephase

So, erste Hürde ist geschafft. Ich sitze im Unterricht und bin extrem gespannt wie das abläuft. Das soll bedeuten noch nicht ganz. Ich habe noch eine Woche zeit und am Montag geht's dann erst los. Es ist bestimmt interessant mal wieder als Flugschüler oder Flight Student im Unterricht zu sitzen und nicht als Fluglehrer oder Dozent vorne zu stehen.

FU***NG CORONA das wars jetzt doch nicht etwa, oder?

So ein Mist, meine Finanzierungslösung ist sich plötzlich nicht mehr sicher ob das mit der Ausbildung was wird. COVID 19 hat die Welt im griff und plötzlich scheint niemand mehr an die "Zeit danach" zu glauben. Das ist natürlich nur ein Gefühl und ich hoffe das sich niemand angegriffen fühlt. Die Ausbildungsstätten sind geschlossen und noch weiß keiner wie lange das dauert. Ich habe alle Zahlen des RKI in eine Tabelle eingetragen um nachvollziehen zu können wie sich die Lage entwickelt ohne mir von den Apokalyptikern oder Verschwörungstheoretikern dieser Welt nicht die Laune noch weiter verderben zu lassen, die habe ich nämlich gemieden so gut es geht. Trotzdem habe ich gemischte Gefühle. Es sind immerhin schon Monate die ich auf diese Ausbildung warte und die Gefahr das es nun alles umsonst war und das ganze Geld und die Zeit, Nerven und Mühe die ich in die Voraussetzungen gesteckt habe sollen sich nicht auszahlen, wegen einem Virus für den niemand wirklich kann. Das ist ein blödes Gefühl und ich weiß das mit mir Milliarden von Menschen auch ähnliches  durch machen oder schlimmeres. Also erstmal cool bleiben, wir sitzen alle auf dem selben Ball und später wollen alle auch wieder fliegen.

Ich habe dann viel recherchieren müssen und lange geschrieben um die Nummer transparent machen zu können und den Entscheidungsträgern damit die Möglichkeit zu geben sich selbst zu vergewissern. Nicht jeder steigt natürlich durch die Eigenheiten in der Luftfahrt (ich natürlich auch nicht komplett, aber genug um mir ein Bild machen zu können). Ich weiß wo ich Informationen her bekomme und wie die offiziellen Stellen heißen. Also ein Schriftstück verfasst, auf alle Fragen eingegangen und abgeschickt. Das wäre es dann...

...Denkste! Die nächste Institution mit ähnlichen Fragen. Ahhh ich will schreien. Nach drei Wochen wieder Fragen auf dem Schreibtisch. Also gut, wieder die Nacht um die Ohren hauen und die Fragen fundiert beantworten. Ich will ja immerhin meinen ATPL und da sind doch ein paar Fragen kaum eine Hürde wenn ich bisher alles geschafft habe. Zugegeben ich musste mich bei Freunden auch mal kurz auskotzen. Ich hatte alles zwar schon fertig, bin aber echt wahnsinnig dankbar das IHR ALLE für mich da seid und mich bisher unterstützt habt, das muss mal raus an die Jungs und Mädels! DANKE!

So also wieder Warten und der Stichtag, der Ausbildungsbeginn rückt gefährlich nahe und noch keine Antwort.

Plötzlich geht alles recht schnell. Früh bekam ich einen Anruf und mir wurde gesagt das die Finanzierung steht, ich solle mich einfinden und die Papiere fertig machen. So … kühlen Kopf bewahren … was ist jetzt das wichtigste? Ja, die Hose …. Ich bin dann also direkt in den Zug gesprungen (nachdem ich ausgehfertig war natürlich) und habe mich auf gemacht um die Angelegenheiten zu klären. Dann weiter zur Flugschule und die Anmeldung gemacht und wieder zurück, dann kurz nach Potsdam gehechtet um das alkoholfrei zu feiern mit meinem Besten und dann zurück und weiter feiern mit meiner Freundin...auch alkoholfrei natürlich.

4. Schritt ATTC screening Test

Da ich ohne Abitur meine ATPL (A) - Ausbildung beginnen möchte, muss ich den sogenannten ATTC - Test absolvieren. Inhalte sind Mathe, Physik, Englisch und logisches Denkvermögen. Dann gibt es den zweiten Teil des Tests. Hier müsst ihr bestimmte Fähigkeiten unter Beweis stellen. Es geht hauptsächlich um dreidimensionales Vorstellungsvermögen, Mehrfachbelastbarkeit und Reaktionsvermögen. Dabei spielen auch koordination zwischen Hand, Ohr und Auge eine Rolle. Wer sich darauf vorbereitet schafft das auch. In der letzten Phase gehts zum Interview, einfach ganz entspannt sein und wahrheitsgemäß auf verschiedene Fragen antworten. Zuerst soll man sich Vorstellen. Ich habe gehört, das es dabei um das Selbstverständnis geht welches man von sich hat, denn das wird man ja erklären wenn man sich vorstellen soll. Dann kamen weitere Fragen. Dabei ging es in meinem Fall vor allem um die Grundeinstellung. einige Fragen wie: "Wie sind sie darauf gekommen Pilot zu sein?", "Warum glauben Sie, das Sie ein guter Pilot wären?", "Was könnte Ihnen im Cockpit Probleme bereiten oder schwer fallen?" "Was machen Sie wenn Sie den Test nicht bestanden Haben?" und allgemeines zur Motivation. 

Wie schon gesagt. In jedem Test und bei jedem Interview am besten immer ehrlich sein und sich über bestimmte Fragen direkt schon vorher gedanken machen. Ich glaube es sieht nie gut aus wenn man Pilot werden will und sich unsicher über seine Entscheidung äußert oder keinen "Plan-B" hat usw..

Nach bestandenem Test geht's dann direkt in die Flugschule eurer Wahl. Ich halte euch auf dem Laufenden.

3. Medical Class 1, Oh mann

Nachdem alles finanzielle geklärt ist, muss ich meine Eignung unter Beweis stellen.

Heute hatte ich mein Medical Test in Stuttgart. Das Medical ist eine sogenannte Flugtauglichkeitsuntersuchung. Dort wird im Allgemeinen dein Körper und ein teil deiner koordinatorischen Fähigkeiten auf die Tauglichkeit für die Arbeit im Cockpit untersucht. Des Weiteren wird ein Psychologischer Fragebogen ausgefüllt. Was sich da einfach anhört, kann es trotzdem in sich haben. Aber wie jeder der dort war, sage auch ich:" Keine Angst! Alles halb so wild. Es geht nicht darum den nächsten Superhelden zu finden, sondern nur ob ihr Körperlich zum Fliegen geeignet seid.

Nach meinem Medical habe ich mit anderen Piloten gesprochen die ihr Medical woanders gemacht haben und festgestellt, dass es schon unterschiede gibt zwischen den Fliegerärzten. Ich berichte also nur nach meinen Erfahrungen zum aktuellen Stand.

Was wurde Getestet:

Urinprobe:

Bevor es wirklich los geht kommt der Becher. Einfache Prozedur, selbsterklärend. ;-)

Das Sehvermögen:

Das Sehvermögen wird relativ aufwendig getestet. Ich hab da in der Regel keine Probleme und bin daher auch entspannt in den Test gegangen. Denn selbst wenn ich eine Brille bräuchte, wäre es kein Ausschlusskriterium. Nach dem mein Auge auf alle erdenklichen Arten vermessen wurde (inkl. Augendruck und peripheres Sehvermögen, was sehr anstrengend ist) geht es wieder in den Warteraum und zu den anderen mit denen sich übrigens tolle Gespräche ergeben haben.

Das Hörvermögen:

Das ist ein einfacher Test den ich schon bei anderen Gelegenheiten absolvieren musste. man sitzt mit Kopfhörern in einer Kabine und muss verschiedene Frequenzen hören. Dabei quittiert man die Hörschwelle mit einem Knopfdruck. Nichts anstrengendes. mir hat es geholfen die Augen dabei zu schließen.

Der Fragebogen:

Der Fragebogen hat es schon in sich gehabt und verlangt Ehrlichkeit. Hier werden nach intimen Gefühlen und Erfahrungen gefragt und dadurch mögliche Schwierigkeiten geforscht. Wie gesagt, Ehrlichkeit ist hier wichtig.

Befragung vom Arzt:

In der Befragung und Beobachtung vom Arzt werden dann teilweise der Fragebogen und das Dokument was man vorher online ausgefüllt hat durchgegangen, Vorerkrankungen besprochen usw. . Kein großes Problem, wenn man ehrlich war!

Herz-Kreislauf-System:

Bei dieser Testserie wird ein Ruhe EKG durchgeführt, Blut abgenommen, das Lungenvolumen gemessen und der Blutdruck. Ebenfalls keine große Sache.

Reflextest und Gleichgewichtstest:

Man wird noch einmal vom Arzt abgehörcht und mit dem Hammer abgeklopft. Danach soll man noch mit geschlossenen Augen, ausgebreiteten Armen und nach oben gedrehten Handflächen 50 Schritte auf der stelle gehen. Das ist hier alles. Ich habe mich dabei übrigens leicht nach rechts gedreht. Das war wohl kein Problem.

Der "Pfeiltest":

Das ist von allen als mit Abstand der schwierigste Test gewesen. Hierbei  sollen Pfeiltasten von einem speziellen Eingabegerät entsprechend der Aufgaben auf dem Computer gedrückt werden. Dabei wird zwischen Pfeilrichtungen, Positionen, hohen und tiefen Tönen sowie relativen Blickrichtungen auf Pfeilpositionen unterschieden...auf Zeit. Ich habe keine Ahnung ob ich gut oder schlecht war in diesem Test, aber ich habe bestanden.

Nochmal Augen untersuchen:

Nachdem alle Ihr Medical, ihre Glückwünsche und Ihre Rechnung in den Händen gehalten haben, wurde ich nochmal zur Nachuntersuchung zum Augenarzt gebeten! Oh schreck, was war los? Der Augenarzt hat dann abermals meine Augen vermessen und hat mir verschiedene Aufgaben gegeben bei denen ich auf bestimmte Dingen in bestimmten Abständen fokussieren sollte und denen ich mit dem Blick folgen oder hinterherschielen sollte. Danach seine Bemerkung:" Alles in Ordnung, hat atomische Gründe". ich habe mal geraten anhand der Bilder auf dem Monitor:" Die Nase?" und er:" Ja die Nase." Es hat sich herausgestellt, das ich einige Punkte beim peripherem sehen wohl nicht gesehen hatte. Dieser Test wird mit jeweils einem Auge gemacht. daher habe ich die Punkte nicht sehen können die meine Nase abgedeckt hat. Der Augenarzt wollte wohl prüfen ob es am Auge oder an der Abschirmung durch meinen Nase liegt. Gut, der Schreck ist verarbeitet. :-)

Abschlussgespräch:

Im Abschlussgespräch gab es letztendlich das Medical und die Rechnung. Alles in allem ein spannender und lehrreicher Tag.

Ich hoffe euch hilft die recht ausführliche Beschreibung. Habt keine Angst, nur Respekt, dann klappt das auch. Ach ja, und seid ehrlich.

Bis zum nächsten Bericht

2. Der erste-zweite Schritt ist immer Papier

Super es kann los gehen. Die Idee ein Airline Pilot zu werden steht, die Finanzierung auch und nun fangen wir an, es wird ernst. Als erstes erledigen wir den Papierkram. Dazu gehört in der Regel ein Polizeiliches Führungszeugnis, eine Zuverlässigkeitsüberprüfung und der Auszug aus dem Zentralen Verkehrsregister (das Punktepapier aus Flensburg), Kopie des Personalausweises und Erklärung über schwebende Strafverfahren. Dann müssen wir noch die medizinische Tauglichkeitsuntersuchung Klasse 1 (Medical Class I) bestehen und unser Wissen und die geistige Eignung in einem Test von einer Anerkannten Stelle nachweisen, sprich, Englisch, Mathe, Physik und Rollenspiele etc.. Also auch dafür anmelden. Welche Stelle dafür zuständig ist, weiß in der Regel die Flugschule.

Gut, aber was ist die Zuverlässigkeitsüberprüfung? Nach kurzer Internetrecherche stellt sich heraus das es ein vierseitiges Dokument ist was ausgefüllt werden will und eine Behörde danach in die Lage versetzt meinen Lebensweg nachzuverfolgen. Ich denke um Lücken und Unstimmigkeiten zu erkennen. So weit, so gut. Oder nicht? Die Wohnorte der letzten zehn Jahre Chronologisch, vollständig und mit Monat und Jahr umrissen. Schade, hätte so leicht werden können. Ich habe meine Unterlagen in meinem Elternhaus und komme da nicht ran. Aber nach einigen Telefonaten habe ich auch das Formular erfolgreich zusammen bekommen. Zur Info, ich bin als Student insgesamt sechs mal umgezogen...dreimal innerhalb derselben Stadt.

Kosten für alles? Ich bin insgesamt rund 1500€ leichter geworden. Aber meinem Traum ein stück näher.

Nächste Stufe ATTC Test. Ich habe davor einen riesen Respekt und freue mich drauf.

Bis zum nächsten Update.  

Alles eintüten und abgeschicken.

1. Schritt Finanzierung des Vorhabens

Im ersten und gleichzeitig wichtigsten Schritt steht die Finanzierung des ganzen. Wenn diese Kleinigkeit nicht geklärt ist, lohnt es fast nicht anzufangen. Es ist ein großer finanzieller Aufwand und eben auch zeitlich nicht zu unterschätzen. Ich will ja einfach gesagt nicht nur fliegen lernen, sondern nebenbei auch essen, wohnen, telefonieren, reisen, und mir Sachen leisten können. Das klingt banal, fast albern. Das kann man nem Kind erklären aber ich weiß das doch! Naja, gehen wir davon aus das speziell DU das weißt. aber es gibt viele die mit einer speziellen Einstellung an eine Flugausbildung gehen. Ich nenne sie mal "fliegen kann ich jetzt bezahlen und den Rest schaffe ich auch irgendwie". Leider ist das mit Frust und einer hohen Chance zu scheitern verbunden. Da du das weißt, gehe ich nicht weiter darauf ein. Es gibt viele Möglichkeiten das zu finanzieren. Ideal direkt in der Ausbildung bei einer Airline. Es geht auch über Kredite oder ähnlichem. Ich selber werde euch hier nicht sagen wie ich das geschafft habe, da mein Fall sehr speziell ist und in den meisten Fällen nicht funktioniert. Ich hatte Glück...das ist alles.

Finanzielles geklärt. Weiter gehts

Progress Checks

Was sind Progress Checks und wie läuft es in der Fliegerei aktuell? 

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